Wenn Azubis an der Schule unterrichten
Mit gleichmäßigen Schlägen hämmert Belinda auf ein Stück Metall ein. Das Geräusch ist durch den ganzen Raum zu hören und fast ohrenbetäubend. „Im Betrieb hätte ich jetzt schon eingegriffen“, erklärt Stefan Wagner mit lauter Stimme.
Mit Betrieb meint er die BSH Bosch-Siemens-Haushaltsgeräte GmbH in Dillingen. Dort ist Wagner Ausbilder für die Fachrichtung Mechanik. Doch an diesem Vormittag liegt die Verantwortung nicht bei ihm. Neun Auszubildende der BSH sind mit Stefan Wagner in die Volksschule in Wittislingen gekommen. Sie beteiligen sich an der Aktion „come with ME!“ der bayerischen Metallarbeitgeberverbände BayME und VBM (wir berichteten).
Tipps für die spätere Berufswahl
Nun stehen je drei Azubis jeweils einer kleinen Gruppe Schüler der Klasse 7a gegenüber. Die Lehrlinge der Bereiche Mechatronik, Elektronik und Industriemechanik möchten mit den Jugendlichen einen solarbetriebenen Ventilator herstellen. Dabei haben die Buben und Mädchen der Klasse die Gelegenheit, die Berufe etwas näher kennenzulernen. Für Schulleiterin Angelika Riesner ist vor allem wichtig, dass „die Schüler von den Auszubildenden wertvolle Tipps und Hilfe für die spätere Berufswahl erhalten“.
Und die sind mit voller Aufmerksamkeit bei der Sache. Kein Rumblödeln, kein Schreien. „Die Stimmung ist gut und es herrscht eine konzentrierte Arbeitshaltung“, findet auch Klassenlehrer, Stephan Wolk. „Hier findet Lernen statt, ohne dass die Schüler es merken“, fügt er noch leise hinzu.
Buben und Mädchen begeistert
Damit auch alles so reibungslos funktioniert, haben sich die Auszubildenden gut vorbereitet, schon mal einen Ventilator gebaut, und auch für die passenden Materialien und Werkzeuge gesorgt. Sowohl Buben wie Mädchen haben gleich interessiert mitgearbeitet und ihren eigenen Solar-Ventilator gefertigt.
Nach vier Stunden hämmern, bohren und löten waren sich dann alle einig: es hat Spaß gemacht. Das Projekt, so meinen die Schüler und Azubis, sollte im nächsten Jahr wiederholt werden.





